Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum, Blockchain

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Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel ohne Geldscheine und ohne Münzen, welche übers Internet verwendet und mit Verschlüsselungstechnologie abgesichert werden.

Bitcoin ist die erste und bekannteste Kryptowährung. Bitcoin basiert auf einer öffentlichen Blockchain, die in einem dezentralen Peer-to-Peer-Netz auf vielen Bitcoin-Servern betrieben wird.

Ethereum basiert ebenfalls auf einer dezentralen öffentlichen Blockchain. Ethereum beinhaltet die Kryptowährung Ether und ermöglicht darüber hinaus "Smart Contracts".

Blockchain bezeichnet eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, welche mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind, so dass die Kette der Datensätze unveränderlich und fälschungssicher ist. Neue Transaktionen werden validiert und in Blöcke verpackt, und die Blöcke werden nach Durchlaufen eines Konsensus-Algorithmus angehängt und an alle anderen Blockchain-Server gesendet.

Im Folgenden werden einige Begriffe hierzu kurz erläutert, um den Einstieg zu vereinfachen.



Inhalt

  1. Kurze Begriffserläuterungen zu Kryptowährungen
  2. Kurze Begriffserläuterungen zum Ethereum
  3. Handel mit Kryptowährungen
  4. Meinungen


Kurze Begriffserläuterungen zu Kryptowährungen

Fiatgeld / "virtuelles Pseudogeld"
"Fiatgeld" ist der Fachbegriff für Tauschmittel ohne "inneren Wert". Im Gegensatz etwa zu Gold oder zu Waren beruht der Wert von Fiatgeld nur auf Vertrauen. Dies gilt für Kryptowährungen genau so wie für das übliche Papiergeld in Euro und Dollar. Nachdem im ersten Weltkrieg der Goldstandard aufgegeben wurde, existiert kein Bezug mehr mit festem Umtauschkurs von der Währung zu Gold.
Kryptowährung / Kryptogeld
Digitales Zahlungsmittel, welches übers Internet verwendet und mit Verschlüsselungstechnologie abgesichert wird. Es gibt keine Geldscheine und keine Münzen. Meistens werden die Transaktionsdaten in einer Blockchain gespeichert, wie etwa bei der Bitcoin- und der Ethereum-Blockchain. Es gibt aber auch Kryptowährungen ohne Blockchain, wie beispielsweise IOTA (welche stattdessen "Tangles" einsetzt und besonders für IoT und M2M geeignet ist).
Seit 2009 gibt es mit dem Bitcoin (BTC) die erste Kryptowährung. Deren Grundlagen sind auf nur 9 Seiten beschrieben, siehe: bitcoin.pdf.
Aber erst seit 2017 werden Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie von einer breiten Bevölkerungsschicht wahrgenommen. Im April 2017 hat die japanische Finanzaufsicht Bitcoins als offizielles Zahlungsmittel zugelassen. In Österreich kann man Bitcoins bei der Post kaufen und in der Schweiz an Automaten der Schweizer Bundesbahnen.
Mittlerweile gibt es über 1.400 verschiedene Kryptowährungen. Die Marktkapitalisierung im Vergleich zu Gold und Bargeld beträgt (Stand Januar 2018, siehe auch CoinMarketCap, CoinCap und BitInfoCharts):
- ca. 600 Milliarden USD beträgt die Summe allen Kryptogeldes,
- ca. 200 Milliarden USD beträgt die Marktkapitalisierung des Bitcoins (BTC),
- ca. 100 Milliarden USD beträgt die Marktkapitalisierung beim Ethereum (ETH),
- ca.   60 Milliarden USD beträgt die Marktkapitalisierung beim Ripple (XRP),
- ca. 8.200 Milliarden USD beträgt der weltweite Goldmarktwert,
- ca. 1.600 Milliarden USD sind weltweit als Bargeld im Umlauf,
- ca.    900 Milliarden Euro sind weltweit als Bargeld im Umlauf.
Im Jahr 2015 schätzte das World Economic Forum (WEF), dass bis 2025 zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), also ca. 8.000 Milliarden USD, über Blockchain-Technologien gehandelt und gespeichert werden.
Kryptowährungen entstanden, nachdem in der Finanzkrise in 2008 das Vertrauen in konventionelle Währungen und in die dahinter stehenden Institutionen massiv geschwächt wurde. Kryptowährungen sollen weltweit verwendbar sein, sich selbst regulieren und unabhängig von Notenbanken, Zentralbanken, Institutionen, Staaten und Politik funktionieren. Während den prinzipiellen Ideen zu den Kryptowährungen und der Blockchain eine große Zukunft prognostiziert wird, ist die Zukunft der bisher existierenden Kryptowährungen unsicher. Kritikpunkte sind:
- teilweise starke Volatilität (oft durch Spekulation)
- teilweise noch fehlende Skalierbarkeit (zu wenige Transaktionen pro Sekunde)
- teilweise noch hohe Transaktionskosten
- teilweise sehr hoher Stromverbrauch (beim Bitcoin weltweit ca. 3 Gigawatt).
Distributed Ledger Technologie (DLT)
"Verteiltes Kontenbuch": Damit wird eine dezentrale Datenbank bezeichnet, bei der die Kontoinformationen nicht zentral bei einem Institut gespeichert werden, sondern verteilt auf viele Knoten in einem Netzwerk. Bei "permissioned Ledgers" ist der Zugang zum Kontenbuch reguliert. Bei "unpermissioned Ledgers" können alle Teilnehmer das Kontenbuch lesen und Einträge hinzufügen (wie z.B. bei der Bitcoin- und der Ethereum-Blockchain).
Blockchain
"Kette von Datenblöcken": Üblicherweise enthält jeder Datenblock mehrere Informationsdatensätze wie beispielsweise Transaktionen (z.B. beim Bitcoin ca. 4.200 Transaktionen pro Block). Zusätzlich enthält jeder Block zur Verkettung der Blöcke einen Zeitstempel, einen Verweis auf den Vorgänger und insbesondere dessen Hashwert, so dass ein Hash-Baum (= Merkle Tree) entsteht, um Fälschungssicherheit sicherzustellen. Die Blockchain kann als elektronisches Hauptbuch aufgefasst werden, an das jeder Schreibberechtigte neue Einträge anhängen kann, wo niemand einen bestehenden Eintrag verfälschen kann, und wo jeder Leseberechtigte die Unverfälschtheit ohne Mitwirkung Dritter überprüfen kann.
Blockchains sind normalerweise als Distributed Ledger Technologie (DLT) konzipiert. Die gesamte Blockchain mit allen Informationen ist redundant auf vielen Knoten im Netzwerk gespeichert. Neue hinzukommende Blöcke werden in alle Blockchain-Knoten synchronisiert. Die komplette Historie ist jederzeit nachvollziehbar und kann nicht im Nachhinein manipuliert werden. Falls ein Fehler korrigiert werden soll, wäre das nur durch eine neue kompensierende Transaktion möglich.
Die Nutzinhalte können Kontostände und Transaktionen sein, wie z.B. bei der Bitcoin-Blockchain. Es können aber auch beliebige andere Informationen gespeichert werden, wie z.B. Verträge, Handelsregistereinträge oder Immobiliengrundbücher, wie beispielsweise bei der Ethereum-Blockchain.
Außer den öffentlichen Blockchains, wie bei Bitcoin und bei Ethereum, gibt es auch private Blockchains, wie beispielsweise beim von einigen Banken unterstützten Ripple (XRP) ("enterprise blockchain solution for global payments"). Ripple existiert seit 2012, wird von der Firma Ripple zentral gesteuert und kann deshalb auf den aufwändigen "Proof-of-Work"-Mechanismus zur Verifizierung verzichten.
Gute Einführungen in die Blockchain-Technik gibt es in: So funktioniert Bitcoin (Scherschel, Bögeholz), Blockchain und die Bitcoin-Plattform (Lothar Wieske), Die Ethereum Blockchain (Lothar Wieske) und Comparing Blockchains (Zane Hintzman).
Public Address / Private Key / Keystore File / Passwort
Bei der Anlage eines Kryptogeld-Accounts (z.B. per Wallet) wird ein asymetrisches Schlüsselpaar erzeugt, bestehend aus dem "Public Key" (öffentlicher Schlüssel) und dem dazu gehörenden "Private Key" (geheimer privater Schlüssel).
Aus dem Public Key wird die Public Address (öffentliche Account-Adresse) des neuen Kryptogeld-Accounts abgeleitet (bei Ethereum: Hex-Zahl als 40-stellige Kombination aus Buchstaben und Ziffern).
Mit dem Private Key (Hex-Zahl als 64-stellige Kombination aus Buchstaben und Ziffern) ist der Zugriff auf den Kryptogeld-Account möglich. Mit ihm werden Auszahlungsforderungen signiert. Wichtig ist, dass der Private Key nicht in andere Hände geraten darf. Deshalb kann er in einem Keystore File verschlüsselt gespeichert werden und ist dann nur über ein Passwort zugänglich. Entweder von dem Private Key oder von dem Keystore File muss ein zuverlässiges Backup erstellt werden, da beim Verlust des Private Keys nicht mehr auf den Account zugegriffen werden kann, und gespeichertes Guthaben verloren wäre.
Falls Sie sich nicht mit dem Private Key beschäftigen möchten, können Sie alternativ auch die weiter unten genannten bequemen Online-Services benutzen.
Wallet
Ein Kryptogeld-Wallet (übersetzt: Brieftasche) ermöglicht die Interaktion mit dem Datenspeicher des Kryptogeldes. Manchmal wird ein Wallet beschrieben als eine Brieftasche, in der Kryptogeld aufbewahrt wird. Das kann leicht missverstanden werden: Das Kryptogeld ist nicht im Wallet gespeichert, sondern im Kryptogeld-Datenspeicher, also meistens in einer verteilten Blockchain. Das Wallet ermöglicht den Zugang zu dem in der Blockchain gespeicherten Kryptogeld. Wenn man das Wallet verliert, ist das Kryptogeld nicht verloren. Nur wenn man den Private Key verliert, ist auch das Kryptogeld verloren.
Wallets können den Umgang mit Kryptowährungen erleichtern, aber sie sind nicht zwingend notwendig. Alternativ können Sie auch die weiter unten genannten bequemen Online-Services benutzen.
Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Kryptogeld-Wallets:
Für einen Vergleich von Wallets siehe: Compare cryptocurrency wallets (CryptoCompare), Bitcoin wallets (Bitcoin.org), Wallets für Ethereum: Eine Übersicht (BitcoinBlog) und Ethereum Wallets (CoinSutra).
Weiter unten werden einige Wallets für Ethereum erläutert.
Mining
Mining ist der Prozess, über den Konsens in einem dezentralen Blockchain-System erlangt wird, insbesondere beim Hinzufügen neuer Blöcke mit neuen Transaktionen. Dabei erfolgen Prüfungen auf Validität und Regelkonformität. Die Miner (Schürfer) erhalten für diese Tätigkeit eine Bezahlung in Form der jeweiligen Kryptowährung (Harvesting). Bei einigen Kryptowährung (z.B. beim Bitcoin) werden dabei neue Coins erzeugt, woher der Begriff Mining stammt.
Falls Sie den Ethereum-Mining-Prozess ausprobieren wollen (was mit normaler Hardware sehr ineffizient ist), sehen Sie sich an: Mining with Geth.
Konsensus-Algorithmus / PoW / PoS
In verteilten Blockchain-Systemen versuchen viele Miner gleichzeitig, den nächsten anzuhängenden Block zu generieren, um die Transaktionsgebühren zu verdienen. Für die Entscheidung, welcher Miner den Zuschlag erhält, verwenden Blockchain-Systeme Konsensus-Algorithmen. Die drei bekanntesten sind: "Proof of Work" (PoW, Arbeitsnachweise), "Proof of Stake" (PoS, Geldnachweis) und "Proof of Importance" (Wichtigkeitsnachweis). Meistens wird "Proof of Work" verwendet, allerdings mit dem Nachteil des hohen Ressourcen- und Energieaufwands. Beispielsweise beim Bitcoin muss so lange probiert werden, bis ein so genannter Nonce-Wert gefunden wird, mit dem der Hashwert des Blocks eine bestimmte Anzahl von Nullen enthält, gesteuert durch die Mining Difficulty, so dass dies im Schnitt ca. 10 Minuten dauert. Da beim Bitcoin die Blockgröße ca. 1 MByte beträgt und ein Block bis zu ca. 4.200 Transaktionen enthält, werden nur maximal ca. 7 Transaktionen pro Sekunde ausgeführt. Siehe hierzu: Bitcoin Blockchain Charts.
Auch beim Ethereum wird bislang PoW verwendet, aber die Entwickler planen auf PoS umzustellen, siehe Proof of Stake FAQ. Zurzeit beträgt beim Ethereum die Blockgröße ca. 30 KByte und ca. alle 15 Sekunden entsteht ein neuer Block. Siehe hierzu: Ethereum Charts & Statistics.

Kurze Begriffserläuterungen zum Ethereum-Umfeld

Ethereum / Ether / ETH / ETC
Wie Bitcoin basiert auch Ethereum auf einer Blockchain mit diesen fünf wichtigen Eigenschaften: Aber anders als Bitcoin bietet Ethereum nicht nur eine Kryptowährung, sondern darüber hinaus zusätzlich "Smart Contracts", (zugänglich z.B. über DApps).
Die formale Spezifizierung des Ethereum-Konzepts befindet sich in dem Yellow Paper. Viele Statistikgrafiken zu Ethereum gibt es unter Ethereum Charts & Statistics.
ETH ist die Abkürzung für Ether, der bei Ethereum verwendeten Kryptowährung (seit 2015).
ETC ist der Name der Kryptowährung vom Ethereum Classic, einem Fork vom ursprünglichen Ethereum (seit 2016, siehe unten).
Etherscan / Etherchain / Ethplorer
Zum Überprüfen des Kontostands wird kein Wallet benötig. Dazu genügt die eigene Ethereum-Adresse und eine Anwendung wie Etherscan.io, Etherchain.org oder Ethplorer.org. Beachten Sie, dass bei einigen Anwendungen die Ethereum-Adresse als 40-stellige Hex-Zahl eingegeben werden muss, aber bei anderen Anwendungen ein "0x" vorangestellt werden muss.
Wallets für Ethereum
Prinzipiell gilt für Wallets für Ethereum dasselbe wie oben allgemein für Wallets gesagt wurde. Hier einige Beispiele für konkrete Wallets für Ethereum:
Smart Contract
Ethereum bietet nicht nur die Kryptowährung Ether, sondern ermöglicht darüberhinaus "Smart Contracts". Damit können Verträge programmiert werden, die elektronisch ausgeführt und überprüft werden. Dazu werden Skripte erstellt (meistens in der Programmiersprache Solidity) und in der Ethereum Virtual Machine (EVM) ausgeführt.
Dies eröffnet sehr vielfältige Möglichkeiten, beispielsweise basieren viele ICOs darauf. Allerdings muss bei der Programmierung von Smart Contracts besondere Vorsicht gelten: Einprogrammierte Sicherheitslücken können fatale Folgen haben, wie beim "The DAO Hack", der zum Ethereum-Hard-Fork "Ethereum Classic" führte.
Weitere Erläuterungen gibt es beispielsweise unter: Die Ethereum Blockchain (Lothar Wieske).
Oracle
Smart Contracts können Programmcode und Berechnungen ausführen und die Ergebnisse in der Blockchain speichern. Aber Smart Contracts können nicht mit der Außenwelt kommunizieren. Für einige Smart Contracts müssen aber Abfragen ausgeführt werden, um bestimmte "Real-World"-Bedingungen überprüfen zu können, beispielsweise Börsenkurse, Flugverspätungen oder Wetterdaten. Als Vermittler ("Data Feed") werden so genannte Oracles programmiert (z.B. in Solidity) und der Blockchain hinzugefügt. Ein Smart Contract kann das Oracle befragen, und das Oracle kann externe Schnittstellen z.B. per REST/JSON abrufen und das Ergebnis per Callback dem Smart Contract übermitteln. Siehe auch: Orakel-Dienste (Christoph Niemann), Types of Oracles, Building an Oracle for Ethereum (John Weldon), Oracles bring data to the blockchain (Jules Dourlens), Ethereum and Oracles (Vitalik Buterin), Oraclize.it: Data Carrier for decentralized Apps.
DApp (Decentralized Applications)
Dapps (dezentrale Anwendungen) erweitern Smart Contracts um ein Benutzerinterface, beispielsweise eine Webseite. Darüber kann der Smart Contract aufgerufen und verwendet werden. Siehe auch: Auflistung von über 900 DApps, Kontrakte mit Ethereum (Stefan Tilkov, Marc Jansing), 5 Essential Ethereum Dapp Tools (Karl Floersch), Smart Contract per Command Line, Dapps for Beginners (Ken Kappler), Hello World Dapp Tutorial (Mahesh Murthy), jm032017-token-example (Lothar Wieske) und wjax-2016-ethereum-demo (Lothar Wieske).
DAO (Decentralized Autonomous Organization)
Über Ethereum können DAOs ("dezentrale autonome Organisationen") eingerichtet werden. Das sind dezentrale Beteiligungsgesellschaften, bei denen nicht ein zentrales Management, sondern stattdessen Smart Contracts alle Abläufe regeln. Je nach den implementierten Smart Contracts können alle Teilnehmer/Tokenbesitzer gleichgestellt sein und Entscheidungen gemeinsam treffen. Siehe auch: Dezentral, autonom, menschenlos: DAO, How to build a Democracy on the blockchain und Terminology Guide (Vitalik Buterin),
EEA (Enterprise Ethereum Alliance)
Die Enterprise Ethereum Alliance, gegründet von vielen großen IT- und Finanzunternehmen, will den professionellen Einsatz der Ethereum-Blockchain fördern, Standards verfassen und an einer Referenzarchitektur namens EntEth arbeiten.
Entwicklung einer eigenen Blockchain
Es gibt verschiedene Open-Source-Plattformen, welche die Implementierung einer eigenen Blockchain unterstützen. Beispielsweise mit Hyperledger Fabric (The Linux Foundation) kann eine "shared permissioned Blockchain" erzeugt werden, welche in Go oder Java programmierte Smart Contracts ermöglicht, und welche den Fokus auf Unternehmensanwendungen hat. Verschiedene Konsensus-Algorithmen sind pluggable, beispielsweise PBFT (Practical Byzantine Fault Tolerance). Es sollen mehr als 10.000 Transaktionen pro Sekunde möglich sein.
Weitergehende Unterstützung gibt es beispielsweise mit der auf Hyperledger und Bluemix basierenden IBM Blockchain Platform oder mit Tendermint (All In Bits).
Weitere Hilfsmittel zur Entwicklung von Blockchain-Anwendungen gibt es unter: Installing Geth (Go Ethereum), Geth (GitHub), Geth (Docker), Ethereum Developers, web3.js (Ethereum JavaScript API), Web3j (Conor Svensson), Introduction to EthereumJ (Baeldung), Embark (Iuri Matias), Dapp (DappHub), Truffle (ConsenSys).

Handel mit Kryptowährungen

Wechselstube versus Börse / Marktplatz
Es gibt verschiedene Handelsplattformarten:
Als Wechselstube wird ein Anbieter bezeichnet, der eine Währung in eine andere Währung eintauscht (z.B. Euro in Ether).
Bei einer Börse dagegen stellt der Anbieter eine Plattform zur Verfügung, auf der man Kauf- bzw. Verkaufsangebote einstellen kann, welche andere Nutzer aufrufen können. Das eigentliche Geschäft findet in der Regel direkt zwischen Käufer und Verkäufer statt.
Der englische Begriff "Exchange" ist nicht immer eindeutig und kann beides meinen.
Einige Handelsplattformen bieten nicht nur eine der beiden Varianten, sondern beide an.
Außerdem kann automatisiertes Handeln angeboten werden, welches aktiviert wird, wenn bestimmte Limits unter- oder überschritten werden.
Deutsche Börse für Kryptowährungen
Bitcoin.de ist die bislang (Stand Anfang 2018) einzige deutsche Börse für Kryptowährungen. Handelbar sind Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH) und Ether (ETH). Nutzer können Kryptowährungen direkt handeln: Der Preis ergibt sich durch Angebot und Nachfrage.
Weitere Handelsplattformen für Kryptowährungen
Außer Bitcoin.de (Deutschland) gibt es viele weitere Handelsplattformen für Kryptowährungen, beispielsweise:
AnyCoinDirect (Niederlande), BTCdirect (Niederlande), Bitpanda (Österreich), IQ Option (Zypern), Bitstamp (Großbritannien/Luxemburg), Cex.io (Großbritannien), Kraken (USA), Bittrex (USA), Coinbase (USA).
Siehe auch: Cryptocurrency Exchange Ranking, Bitcoin Exchanges, Cryptocurrency Market Ethereum, Ethereum Anbieter, Wo kann ich Ether kaufen?.
Digital Assets Management Platform
Falls Sie an Kursgewinnen partizipieren wollen, aber hierzu nicht nur einzelne Kryptowährungen sondern möglichst breit gestreut kaufen wollen, können Sie sich Digital Assets Management Platforms ansehen, wie beispielsweise den Iconomi Blockchain Index (BLX) von der slowenischen Iconomi (siehe auch: Kryptofonds).
Partizipationszertifikat / Indexzertifikat
Partizipationszertifikate sind Schuldverschreibungen, bei denen ein Anleger an der Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Basiswerts teilnimmt. Indexzertifikate sind spezielle Partizipationszertifikate, die im Verhältnis 1 : 1 an der Wertentwicklung teilnehmen. Bei Zertifikaten muss das so genannte "Emittentenrisiko" beachtet werden: Eine Insolvenz des Emittenten kann den Totalverlust der Einlage bedeuten. Seit Oktober 2017 gibt es ein Partizipationszertifikat auf Bitcoin ohne Laufzeitbeschränkung: Vontobel Open End Partizipationszertifikat auf Bitcoin (ISIN DE000VL3TBC7, WKN VL3TBC). Zertifikate sind eine bequeme Möglichkeit, auf Kursgewinne zu spekulieren, ohne selbst Kryptowährungen kaufen zu müssen. Allerdings kann hierbei die Kryptowährung nicht als Zahlungsmittel verwendet werden.
ETN (Exchange-traded Note)
Exchange-traded Notes (ETNs) sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, die als passiv gemanagtes Anlageprodukt die Wertentwicklung eines zugrundegelegten Basiswerts nachbilden. Wie beim Partizipationszertifikat gibt es auch beim ETN das "Emittentenrisiko" (anders als beim ETF). Nur "besicherte ETNs" sind gegen das Kontrahentenrisiko abgesichert. Seit 2015 gibt es für Kryptowährungen ETNs, beispielsweise für Bitcoin und basierend auf Euro den schwedischen XBT PROVIDER AB, Bitcoin Tracker Euro XBTE (ISIN SE0007525332, WKN A2CBL5), und für Ether und basierend auf Euro den XBT PROVIDER AB, Ethereum Tracker Euro XBTE (ISIN SE0010296582, WKN A2HDZ2). Wie Zertifikate können auch ETNs nicht als Kryptowährungs-Zahlungsmittel verwendet werden, aber sind eine bequeme Möglichkeit, auf Kursgewinne zu spekulieren, ohne selbst Kryptowährungen kaufen zu müssen.
CFD (Contract for Difference)
Ein CFD ist ein "Differenzkontrakt", welcher die gehebelte Kursentwicklung eines zu Grunde liegenden Basiswerts reflektiert. Es ist ein spekulatives "derivatives Finanzinstrument", bei dem sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse des Basiswerts gewettet werden kann. Seit 2013 gibt es CFDs auf Bitcoin, beispielsweise bei eToro und AvaTrade.
Futures (Terminkontrakte)
Im Dezember 2017 hat die US-Finanzaufsichtsbehörde CFTC Futures auf Bitcoins genehmigt. Futures sind Terminkontrakte, also Kaufverträge für einen Zeitpunkt in der Zukunft. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern, und Bitcoins werden für institutionelle Investoren leichter handelbar. Mit Futures kann sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekuliert werden. Während CFDs über Broker gehandelt werden, werden Futures an Terminbörsen gehandelt. Die ersten Bitcoin-Futures gab es 2017 von der Chicago Mercantile Exchange Group (CME).
Forex (Devisenmarkt)
Forex ist die Abkürzung für Foreign Exchange Market. Darüber werden Währungen getauscht, hauptsächlich konventionelles Fiatgeld, aber auch Kryptowährungen. Beispielsweise ermöglicht AvaTrade aus Irland den Handel von Bitcoin, Ethereum, Ripple, Dash, Litecoin, Monero, NEO und anderen.
ICO (Initial Coin Offering)
Ein ICO ist ein anfängliches Kryptowährungs-Angebot für ein unreguliertes Crowdfunding (Risikokapital per Schwarmfinanzierung). Oft wird dabei eine neue Kryptowährung für ein neues Projekt initiiert. Siehe auch: Token Sales and ICO List und Alert List of ICOs.
Versteuerung von Gewinnen mit Kryptowährungen
Siehe hierzu: Kryptowährungen und die Steuer, Bitcoin und Steuern, Bitcoin schützt vor Fiskus nicht, Muss ich Bitcoin-Gewinne versteuern?

Meinungen zum Geldwesen und den neuen Technologien

Robert Shiller, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften
19.01.2018, Bitcoin ... it's more likely to 'totally collapse':
Bitcoin could be here for 100 years but it's more likely to 'totally collapse'.
Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank
09.12.2017, Bitcoin hat Zukunft:
"Jeder spricht über die Digitalwährung Bitcoin; und das zu Recht. Denn sie wird unser Geldsystem revolutionieren."
"... werden Banken zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs und Zentralbanken zur Steuerung der Geldemission überflüssig."
"Digitale Währungen wie Bitcoin können unser Geldsystem revolutionieren, wie es vordem nur die Einführung von Papiergeld als Ersatz für Münzen konnte."
"In unserem bestehenden System wird Geld über die Vergabe von Krediten erzeugt. Dies hat dazu geführt, dass die Wirtschaft von den mit der Steuerung der Gelderzeugung beauftragten Zentralbanken mit Krediten gedopt wurde wie ein unredlicher Sportler im Wettkampf."
Österreichisches Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft
05.12.2017, Blockchain SUMMIT, Österreich:
"Blockchain wird unsere Welt verändern."
"Diese Technologie hat unglaubliches Potenzial (Harald Mahrer, Österreichischer Ex-Bundesminister)"
"Es gibt kein sichereres oder transparenteres System, um Daten zu verwalten. (Harald Mahrer, Österreichischer Ex-Bundesminister)"
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Joseph Stiglitz
30.11.2017, Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert Bitcoin-Verbot:
"Der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert nun sogar ein Bitcoin-Verbot. Der Ökonom ist der Ansicht, dass Bitcoin 'keinerlei sinnvolle soziale Funktion erfüllen' würde."
Bundesbank-Vorstand
23.11.2017, Bundesbank-Vorstand warnt vor Kryptowährung:
"Bitcoin ist kein Geld (Carl-Ludwig Thiele)"
"Virtuelle Währungen ... sind frei erfunden ... Mangels Wertbasis ist der Preis für Bitcoin 'praktisch beliebig bis hin zum Totalverlust' (Martin Diehl)"
Prof. Dr. Philipp Sandner, Frankfurt School of Finance
29.09.2017, Blockchain: Die Technologie hinter Bitcoin:
"Das Internet ermöglicht den Versand von Informationen ... Die Blockchain-Technologie ermöglicht nun den Versand von 'Wert': z.B. Geld, Wertpapiere, Grundstücke."
25.08.2017, Blockchain: Disruptive Technologie mit Potenzial:
"Überweisungen finden heute auf Bankservern statt ... wird eine Infrastruktur für Zahlungen benötigt – egal ob mittels Paypal, Banküberweisung oder Kreditkarte. Die Blockchain-Technologie könnte es ermöglichen, Zahlungen ohne eine solche Infrastruktur zu tätigen"
"... Blockchain-Technologie ... eignet sich für bestimmte Bereiche, in denen Finanzdienstleistungen nicht oder nur ineffizient abgewickelt werden. Das könnten beispielsweise Micro Payments, automatische Zahlungen zwischen Maschinen, Zahlungen im internationalen Umfeld oder Finanzdienstleistungen in Entwicklungsländern sein."
"Weiterhin können Transaktionen auch in Abhängigkeit von Bedingungen ausgeführt werden, die automatisch geprüft werden. Mit derartigen 'Smart Contracts' (intelligente Verträge) lassen sich vielfältig Geschäftsprozesse abbilden."
13.05.2017, Versicherungen mit Blockchain und Smart Contracts:
"Wirkliches Potential, die Wertschöpfungskette der Versicherungswirtschaft aufzubrechen, ihre Glieder neu zu verbinden und Geschäftsprozesse von Grund auf zu überdenken, scheint die Blockchain-Technologie zu besitzen."
"Dazu werden Computerprotokolle verwendet, die vertragliche Regelungen technisch so abbilden, dass Vertragsklauseln teilweise oder vollständig selbständig ausführbar sind. Versicherungsunternehmen versprechen sich viel von solchen verlässlich verteilten dezentralen Datenbanken und Smart Contracts."
31.01.2017, Blockchain revolutioniert die Geschäftswelt :
"Werthaltiges kann transferiert werden, weil einer Blockchain-Datenbank vertraut werden kann."
Julian Hosp, Kryptowährungen
Dezember 2017, Kryptowährungen, Was dich erwartet:
"Bitcoin ... Kryptowährung ... Blockchain ... Dezentralisierung ... 'diese Dinge werden kommen' ... und 'diese Dinge' werden eine genauso wichtige Rolle wie das Internet in den letzten 20 Jahren spielen."
"Der erste Schritt in ein neues Thema ist immer der gruseligste."
Aaron Koenig, Cryptocoins
Juli 2017, Crypto-Revolution:
"Wir haben es hier schließlich nicht mit einer kurzlebigen 'Blase' zun tun, sondern mit einer Revolution, die nicht nur das Finanzwesen, sondern viele Wirtschaftsbereiche nachhaltig verändern wird."
"Das alte System des staatlichen Geldmonopols ... hat viel Schaden angerichtet, die Ersparnisse vieler Menschen vernichtet und viel Geld von den Fleißigen hin zu den Mächtigen umverteilt."
"... die Staaten ... werden sich nicht mehr durch das Anwerfen der Banknotenpresse und durch hemmungslose Verschuldung finanzieren können."
John Cryan, Chef der Deutschen Bank
2016, Deutsche-Bank-Chef als Bargeld-Skeptiker:
"In zehn Jahren wird Bargeld wahrscheinlich nicht mehr existieren."
World Economic Forum (WEF)
2015, WEF Survey Report 2015:
Das WEF schätzt, dass bis 2025 zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP), also ca. 8.000 Milliarden USD, über Blockchain-Technologien gehandelt und gespeichert werden.
Olaf Sievert, Ex-Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
1992: "Die Geschichte des Geldwesens ist vor allem eine wechselvolle Geschichte der missbräuchlichen Nutzung des Rechts, Geld zu schaffen. Handlungsmöglichkeiten und Vorteile gewinnen und nutzen, die einem nicht zustehen, indem man Geld ausgibt, das man nicht hat, aber herstellen kann, indem man Einkommen und Vermögen entstehen lässt, für die es eine reale Grundlage nicht gibt, die also, wenn überhaupt, nur auf Kosten von anderen gewonnen werden können, und – nicht zuletzt – indem man Schulden entwertet, die mit gutem Geld zu bezahlen man versprochen hat, kurz, Lug und Trug im Gewande staatlicher Hoheit, das hat über die Jahrhunderte die Attraktivität der einzelstaatlichen Souveränität über das Geldwesen ausgemacht."
Friedrich August von Hayek, Nobelpreisträger für Wirtschaftwissenschaften
1976: In seiner libertären Studie "Denationalisation of Money" (Entnationalisierung des Geldes) fordert Hayek "Währungswettbewerb statt Geldschöpfungsmonopol" und "Abschaffung des Regierungsmonopols auf Geldemission".

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